Beatband

Eine Beatband (oder Beatgruppe) ist eine Band, die ganz oder überwiegend Beatmusik spielt. Als prägende Vertreter gelten vor allem die Beatles, die den Sound weltweit populär machten. Auch Gruppen wie The Kinks sowie im deutschsprachigen Raum The Lords und The Rattles gehörten zu den einflussreichsten Ensembles des Genres.
Musikalische Grundlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die klassische Beatband setzt sich aus einer Melodiegruppe wie Leadgitarre (manchmal Keyboards) und Gesang sowie der Rhythmussektion (Rhythmusgitarre, Bassgitarre und Schlagzeug) zusammen. Der Gesang wird von instrumentenspielenden Mitgliedern und/oder einem reinen Sänger übernommen. Namensgebend für die Beatband sind die meist laut im Vordergrund gespielten metrischen Grundschläge („Beat“) und deren Achtelteilungen, die eine treibende Motorik zur Folge haben.[1] Ein Gegenakzent („after beat“) auf den zweiten und vierten Takt sorgt für Spannung. Rhythmusgitarren werden akkordisch bedient, Bassgitarren liefern eine einfache Stufenprogression, der Gesang ist häufig im Close-harmony-Stil. Formal sind ein zwölftaktiges Bluesschema, 4/4-Takt und zwei- bis dreitaktige Liedform die Hauptmerkmale der Beatmusik.
Entstehungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den frühen Beatbands gehörten Tommy Steele & the Steelmen, deren im September 1956 aufgenommener Titel Rock with the Cavemen – geschrieben von Lionel Bart – als frühes Beispiel der Beatmusik angesehen werden kann. Die Besetzungsstruktur der Band ähnelte bereits späteren Beatbands, nämlich Ronnie Scott (Tenorsaxophon), unbekannter Gitarrist, Dave Lee (Piano), Major Holly (Benny Green?; Kontrabass mit Slaptechnik) und Kirk Dunning (Schlagzeug). Aufgenommen im Decca-Studio 3 in Hampstead, gelangte die Single nach Veröffentlichung im Oktober 1956 bis auf Rang 13 der britischen Hitparade. Steele war in der 2 I’s Coffee Bar im Londoner Stadtteil Soho entdeckt worden, genau wie die erste britische Beatband mit nachhaltigem Erfolg.
Dies war die Begleitgruppe von Cliff Richard, die Shadows (damals noch Drifters). Ihre Besetzung bestand anfangs aus Ernie Shear (Leadgitarre), Ian Samwell (Rhythmusgitarre), Frank Clarke (Kontrabass) und Terry Smart (Schlagzeug). Diese einer Beatband vollständig entsprechende instrumentale Besetzung nahm unter Norrie Paramor in den Abbey Road Studios im Juli 1958 den Titel Move it auf, der nach Veröffentlichung im August 1958 bis auf Rang zwei der Charts vordrang. Der Weg war nun geebnet für weitere britische Beatbands, die sich aus den Metropolen London, Liverpool oder Manchester rekrutierten. Im Mutterland der Beatbands bevorzugte man den Begriff Beat groups. Ihre Musikstile ließen sich regional untergliedern in Mersey Sound und Manchester Sound.
Verbreitung in Europa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ersichtlich erstmals in den Medien wurde der Begriff „Beat music“ am 6. Juli 1961 von der Erstausgabe der Musik-Zeitschrift Mersey Beat – Britain’s Leading Beat Paper benutzt. In der Region um Liverpool gab es zu jener Zeit über 400 Beatbands. Ihre Vorbilder waren die britische Skiffle-Musik, aber auch Einflüsse aus amerikanischem Blues, Rhythm & Blues und Rock & Roll. Diese Mischung wurde von britischen Musikproduzenten geglättet aufgenommen. An der Verbreitung der Beatbands konnte auch eine Fehlentscheidung des Decca-A&R-Chefs Dick Rowe nichts ändern, als er im Februar 1962 dem