Fernbedienung

Als Fernbedienung, in der Schweiz meist Fernsteuerung (umgangssprachlich auch (Fernseh)schalter, (Fernseh)drücker oder ironisch, insbesondere bei Fernsehgeräten, die Macht[1], von dem ungarischen Kulturwissenschaftler József Tillmann auch Zepter der Neuzeit[1] genannt) bezeichnet man üblicherweise ein elektronisches Handgerät, mit dem sich über kurze bis mittlere Entfernungen (etwa 6 bis 20 m) Geräte oder Maschinen bedienen lassen. Für Steuerungen über größere Distanzen ist der Begriff Funkfernsteuerung gebräuchlich.
Geschichte
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Die Fernsehfernbedienung wurde im Jahr 1948 in den USA entwickelt. Sie war damals über ein Kabel mit dem Fernseher verbunden und konnte nur das Bild vergrößern oder verkleinern.[2] 1950 brachte die Firma Zenith Radio Corporation eine ebenfalls kabelgebundene Fernbedienung namens Lazy Bones (englisch für „Faulpelz“) heraus, welche die Programme umschalten konnte.
Fünf Jahre später folgte die drahtlose Fernbedienung Flash-Matic. Sie war eine Idee des Zenith-Mitarbeiters Eugene Polley und funktionierte mit einem sichtbaren Lichtstrahl, der auf einen von vier lichtsensitiven Sensoren in den Ecken des Fernsehgerätes gerichtet wurde.[3][4] Dabei konnte auch häufig das bloße Tageslicht den Fernseher einschalten. Ein Jahr später, 1956, ersetzte Ultraschalltechnik die Lichtmethode. Der Österreicher Robert Adler, ein Entwickler von Zenith, baute das Modell „Space Commander“. Es funktionierte ohne Batterien, indem ein Hämmerchen – ähnlich wie beim Klavier – auf einen Stab schlug, der die Ultraschalltöne erzeugte. Kurz darauf folgten vom selben Hersteller das Modell „Kadett“ (1958) und etwas später „Vector“ (1960).
In Deutschland vertrieb die Firma Grundig zwischen 1955 und 1958 die drahtgebundene Fernbedienung Grundig Ferndirigent 7602 mit 6 m langem Kabel, die damals 38 DM kostete und u. a. an die Grundig-Radiogeräte vom Typ 4055 angeschlossen werden konnte. Der Ferndirigent besaß fünf Klangtasten mit Leuchtfeldern für die Funktionen 3D, Sprache, Orchester, Solo und Jazz. In dem achtpoligen Anschluss-Stecker befand sich ein aktiver Verstärker, der die Dämpfung des Klangregelnetzwerks ausglich.[5]
Ebenfalls in Deutschland erschien die erste, „Zauberschalter“ genannte, Fernbedienung im Jahr 1956 von der Firma Tonfunk. Mit ihr konnte das Radiogerät drahtlos ein- und ausgeschaltet werden. Ab 1959 gab es dann Fernbedienungen mit mehreren Funktionen für Fernsehgeräte.
Bauarten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Man kann Fernbedienungen nach dem Übertragungsmedium unterscheiden:
- Drahtgebundene Fernbedienung
- Drahtverbindung mit mechanischer Wirkung (Bowdenzug, Druckluftschalter, Fesselflug)
- Drahtverbindung mit elektrischer Wirkung, zum Beispiel zur Flugkörpersteuerung (siehe zum Beispiel MILAN), Fernbedienung am Lenkrad für das Autoradio, ältere Fernbedienungen von Radio- und Fernsehgeräten (Kabelfernbedienung)
- Drahtlose Fernbedienung
- Schall und Ultraschall (etwa Mehrfrequenzgeber für die Fernabfrage von Anrufbeantwortern und [bis ca. 1975] die ersten Ultraschallfernbedienungen für Fernseher)
- Funkwellen (beispielsweise zur Fernentriegelung von Autos, Garagentoröffnung,