Fettabsaugung


Fettabsaugung (Liposuktion, seltener: Aspirationslipektomie) ist eine Operation, bei der Fettzellen an bestimmten Stellen unter der Haut mit Kanülen abgesaugt werden. Sie wird zumeist als Schönheitsoperation, Fachterminus „ästhetisch chirurgischer Eingriff“, jedoch vermehrt auch krankheitsbedingt beim Lipödem vorgenommen. Generell versteht man unter Eingriffen der ästhetischen Chirurgie formverändernde Eingriffe, deren Indikation auf Wunsch des Patienten zurückgeht (elektiver Eingriff). Im Krankheitsfall werden schmerzhafte Einlagerungen von Fettzellen entfernt.
Ästhetisch-chirurgische Eingriffe finden fachübergreifend statt und werden demnach von Ärzten unterschiedlicher Fachherkunft vorgenommen (u. a. Allgemeinchirurgen, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen, Dermatologen, Plastische Chirurgen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Allgemeinmediziner). Der Begriff „Schönheitschirurg“ wird in diesem Zusammenhang zwar oft genutzt, stellt allerdings keinen Facharzttitel dar.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ästhetische Chirurgie ist keine Neuerfindung des 20. Jahrhunderts, sondern schon seit mindestens 1400 Jahren bekannt. Einer der frühesten mitteleuropäischen Nachweise stammt aus der 1230 abgeschlossenen Chronik vom Petersberg, wonach der fettleibige Markgraf Dedo III. auf einem Feldzug in Italien am 16. August 1190 an den Folgen einer operativen Fettentfernung verstarb.[1] Sie erlebte ihren Aufschwung allerdings erst im 19. Jahrhundert. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es erste Versuche, überschüssiges Fett mit Hilfsmitteln der Medizin zu reduzieren, initial vor allem durch chirurgische Maßnahmen, die mit großen Schnitten und damit auch, entsprechend den damals herrschenden hygienischen Umständen, mit einem großen Risiko an Wundheilungsstörungen einhergingen. Erste Versuche der Fettabsaugung werden dem Franzosen Charles Dujarrier zugeordnet, wobei dieser einer Boulevardtänzerin bei Versuchen mit scharfen Kanülen die Beinarterie verletzte, was letztlich zu einer Beinamputation führte. In den 1960er und 1970er Jahren versuchten es vor allem Josef Schrudde, ein deutscher Chirurg, und die Schweizer Chirurgen Meyer und Kesselring, ihre scharfen Instrumente mit einer Absaugfunktion zu kombinieren, was allerdings nicht sehr erfolgreich verlief und mit einer hohen Rate an Komplikationen einherging, wie hohe Blutverluste, Verletzungsrisiken benachbarter Organe usw.
Erst dem Franzosen Yves-Gerard Illouz gelang es 1977 mit seinen Pionierarbeiten mittels dünnerer stumpfer Kanülen und dem präoperativen Einbringen einer größeren Flüssigkeitsmenge, wesentliche Fortschritte zu erzielen. Trotzdem gelang der Durchbruch erst durch die sogenannte Tumeszenztechnik, die vom Franzosen Fournier und dem Amerikaner Klein geprägt wurden.
Ökonomische Interessen seitens der Anbieter dürften für den Boom auch eine wichtige Rolle spielen.[2][3]
Technik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die derzeit am häufigsten angewendete Methode ist die vom kalifornischen Hautarzt Jeffrey A. Klein entwickelt Tumeszenzanästhesie.[4] Dabei werden in einem ersten Schritt ½ bis mehrere