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Joan Baez

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aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Joan Baez (2016)

Joan Chandos Baez [dʒəʊn ˈbaɪəz] (* 9. Januar 1941 in Staten Island, New York City) ist eine US-amerikanische Folk-Sängerin und -Gitarristin, Bürgerrechtlerin, Pazifistin und Umweltaktivistin. Sie wurde vor allem durch ihre charakteristische, besonders in ihrer frühen Schaffenszeit auffällige Tremolo-Sopranstimme und ihr politisches Engagement gegen den Vietnamkrieg und die Rassentrennung bekannt.[1] Seit den 1960er Jahren gehört sie zu den Ikonen der US-amerikanischen Folk-Bewegung; ihr Auftritt in Woodstock ist ebenso berühmt wie die Liebesbeziehung zu Bob Dylan. Als „Stimme und Gewissen ihrer Generation“ gewann die „Queen of Folk“[2] nicht nur in der US-amerikanischen Protestszene, sondern auch international Einfluss.

Sie veröffentlichte in den sechs Jahrzehnten ihres musikalischen Schaffens mehr als 30 Alben, hauptsächlich auf Englisch und auf Spanisch. Zu ihren größten Erfolgen gehören Interpretationen von Folk-Klassikern und Fremdkompositionen wie We Shall Overcome, The Night They Drove Old Dixie Down, Here’s to You oder Farewell, Angelina und ihre Eigenkomposition Diamonds & Rust.

Sie erhielt außer dem Ritterschlag der französischen Ehrenlegion zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei Ehrendoktorwürden, zwei Bambis, den Grammy für ihr Lebenswerk (2007) sowie den Woody-Guthrie-Preis für ihr musikalisches Lebenswerk und humanitäres Engagement (2020). 2017 wurde sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[3]

Kindheit und Jugend

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Baez kam 1941 auf Staten Island als zweite Tochter von Albert Baez (1912–2007) und Joan Bridge (1913–2013) zur Welt.[4] Ihr Großvater väterlicherseits war in Mexiko aus der katholischen Kirche ausgetreten, methodistischer Pastor geworden und 1914 nach New York gezogen. Ihre Eltern waren ursprünglich ebenfalls Methodisten, traten aber in Baez’ früher Kindheit zum Quäkertum über. Ihr Vater stammte ebenfalls aus Mexiko und war promovierter Physiker,[5] Baez’ Mutter war Schottin und in Edinburgh geboren.

Wegen ihrer dunkleren Hautfarbe wurde sie in ihrer Kindheit öfter als „Nigger“ beschimpft; Nachbarskindern sei verboten worden, mit ihr zu spielen.[6] Aus beruflichen Gründen des Vaters zog die Familie häufig um, u. a. nach Palo Alto, Boston, Paris, Rom und Bagdad. Als ihr Vater eine Dozentur am Massachusetts Institute of Technology erhielt, zog die Familie im Spätsommer 1958 nach Belmont.

1956 hörte Baez zum ersten Mal eine Rede Martin Luther Kings und bekam von ihren Eltern eine Gitarre geschenkt – damit war der Grundstein für die beiden wichtigsten Aktivitäten ihres Lebens gelegt, die Musik und der Kampf für Bürgerrechte. Zuvor hatte sie sich bereits das Ukulelespielen beigebracht. Später kaufte sie sich vom ersten selbstverdienten Geld eine Gibson-Gitarre. Erste musikalische Einflüsse bekam Baez in ihrem Elternhaus durch Schallplatten von Pete Seeger und Harry Belafonte. Auf einigen frühen Aufnahmen imitiert sie Belafontes Calypso-Sound; Baez und Belafonte kamen sich in späteren Jahren durch gemeinsame politische Aktivitäten näher. Wichtig war für die junge Sängerin auch Rhythm and Blues, wie auch insgesamt, so ihre Aussage, die Musik des schwarzen Amerikas sie mehr beeinflusst hat als die des weißen.

Musikalische Karriere

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Baez unterhielt schon als Schülerin ihre Mitschüler mit Schulhofkonzerten. Nach Beendigung der High School schrieb sie sich zwar an der Boston University ein, konzentrierte sich aber bald nur noch auf ihre Gesangskarriere. Diese begann 1959 mit einigen Auftritten im Club 47, einem Folk-Club in Cambridge, der Hochburg des US-amerikanischen Folk-Revivals. Filmaufnahmen aus dieser Zeit zeigen die Sängerin beim Vortrag traurig-melancholischer Traditionals; eigene Songs oder solche von Kollegen ihrer Zeit hatte sie noch nicht in ihrem Repertoire. Bald hatte sie erste Fans und nahm an den Aufnahmen der Langspielplatte (LP) Folksingers ’Round Harvard Square teil, die bei einem kleinen Musiklabel aus Boston erschien. Ebenfalls 1959 erreichte sie auf dem renommierten Newport Folk Festival zum ersten Mal ein größeres Publikum. Gemeinsam mit Bob Gibson, der während seines Auftrittes Baez als unangemeldeten Überraschungsgast auf die Bühne holte, sang sie zwei Duette (Virgin Mary Had One Son, We Are Crossing the Jordan River), was sie laut ihrer Autobiografie über Nacht zum gefeierten Folk-Star machte.

In den Anfangsjahren ihrer Karriere litt sie an schweren Lampenfieber-Attacken, zeitweise verstärkt durch