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María de Maeztu

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María de Maeztu, 1923

María de Maeztu y Whitney (* 18. Juli 1881 in Vitoria-Gasteiz; † 7. Januar 1948 in Mar del Plata) war eine spanische Pädagogin und Humanistin.[1] Von 1915 bis 1936 leitete sie die Residencia de Señoritas, ein von ihr gegründetes Zentrum für Studentinnen. Sie war Mitglied des Verwaltungsrats der Instituto Escuela und leitete den von ihr mit gegründeten Lyceum Club Femenino von 1926 bis 1936. Von 1927 bis 1930 war sie Mitglied der während der Diktatur des Miguel Primo de Rivera eingerichteten Asamblea Nacional Consultiva.[2] Sie zählte zur Generación del 98. Sie starb im Alter von sechsundsechzig Jahren im argentinischen Exil, in das sie 1936 mit dem Beginn des Spanischen Bürgerkriegs gegangen war.[1]

Maeztu wurde als Tochter von Juana Whitney y Donè und dem Ingenieur Manuel de Maeztu y Rodríguez geboren. Ihre Mutter war Englischlehrerin, die Tochter eines britischen Diplomaten, die 1857 in Paris geboren wurde und 1945 in Estella-Lizarra starb.[3] Ihr Vater war ein kubanischer Großgrundbesitzer navarrischer Abstammung, geboren in Cienfuegos, Sohn des letzten Generalintendanten, als die Insel Kuba noch spanisches Territorium war. Die Eltern lernten sich in Paris kennen und ließen sich in Vitoria-Gasteiz, dem Wohnsitz der Familie Maeztu nieder, ohne jemals zu heiraten. Das Paar hatte fünf Kinder: Ramiro, Ángela, Miguel, María und Gustavo.

Das Geschäft des Vaters beruhte auf der Zugehörigkeit Kubas zu Spanien, so dass die Unabhängigkeit Kubas das Familienunternehmen ruinierte und sein Tod in Kuba im Jahr 1898 zu einer Reihe verwirrender administrativer Probleme im Zusammenhang mit seinem Erbe führte. Dies brachte Juana Whitney und ihre Kinder in eine prekäre Lage, so dass die Familie nach Bilbao umzog, wo Whitney die Academia Anglo-Francesa (später Academia Maeztu) gründete, in der sie Englisch und ihre Tochter Ángela Französisch unterrichtete.[3]

María de Maeztu absolvierte die Escuela Normal de Magisterio (1896–1898) und arbeitete auch in der Einrichtung ihrer Mutter mit, bis sie 1902 eine Stelle als Lehrerin an einer öffentlichen Schule zunächst in Santander antrat, von wo aus sie fünf Monate später nach Bilbao versetzt wurde.[1] Sie blieb bis 1909 in Madrid Lehrerin. Sie reflektierte ihre Erfahrungen als Lehrerin und zog Schlussfolgerungen wie die, die sie Jahre später an der Universität Oviedo äußerte: „Das alte Sprichwort, dass Lesen und Schreiben mit Blut einhergeht, ist wahr, aber es sollte nicht mit dem des Kindes sein, sondern mit dem des Lehrers.“

In der Zwischenzeit setzte sie ihr Universitätsstudium fort. Nachdem sie 1907 ihr Abitur am Instituto de Vitoria gemacht hatte, schrieb sie sich zwei Jahre später zunächst als inoffizielle Studentin an der Universidad de Salamanca ein. Sie schloss ihr Studium in Philosophie und Literatur dann 1915 an der Universidad Central de Madrid.[1] Ab 1908 erhielt sie aufgrund ihrer in Spanien seltenen Sprachkenntnisse ein Stipendium der Junta para Ampliación de Estudios.

Von Oktober 1909 bis Juni 1912 lebte sie in Madrid und nahm als offizielle Studentin am Unterricht der Sektion für Literatur an der neu gegründeten Escuela de Estudios Superiores de Magisterio (Hochschule für Lehrerausbildung) teil. Am Ende wurde sie zur ordentlichen Professorin an der Escuela Superior de Maestras de Cádiz ernannt, ein Amt, das sie aber nicht übernahm.[1]

In den folgenden Jahren setzte Maeztu ihre internationale Ausbildung fort und reiste nach Brüssel (1910) und nach Deutschland, wo sie 1912 an der Universität Marburg bei Paul Natorp und Nicolai Hartmann studierte. Diese Reise wurde von José Ortega y Gasset angeregt, um das Gedankengut des deutschen Neukantianismus kennenzulernen.[4] Nach ihrer Rückkehr nach Madrid schloss sie sich dem Centro de Estudios Históricos an, das zum Umfeld von Ortega y Gasset gehörte.

Im Frühjahr 1919 besuchte Maeztu das Smith College, die private amerikanische Frauenuniversität in Northampton, MA, und bei diesem Besuch wurde ihr bei der Abschlussfeier des Colleges am 17. Juni 1919 die Ehrendoktorwürde (LL.D.) verliehen. Dies verschaffte ihr akademische Referenzen in den Vereinigten Staaten, die es ihr ermöglichten, dauerhafte Beziehungen zur Zusammenarbeit mit verschiedenen amerikanischen Universitäten zu knüpfen.[5]

Plakette am Platzes des Sitzes der Residencia de Señoritas in Madrid

Die von der Junta para Ampliación de Estudios in Madrid gegründete internationale Residencia de Señoritas wurde ihr zur Organisation und Leitung anvertraut,[6] ein Amt, das sie von 1915 bis 1936 innehatte und das zum großen Projekt ihres Lebens werden sollte. In einem Artikel mit dem Titel Lo único que pedimos („Das Einzige, worum wir bitten“), der in der Zeitschrift La Mujer Moderna veröffentlicht wurde, erläuterte sie ihren Standpunkt zur Emanzipation der Frau: „Ich bin Feministin; ich würde mich schämen, es nicht zu sein, denn ich glaube, dass jede denkende Frau den Wunsch verspüren sollte, als Person am Gesamtwerk der menschlichen Kultur mitzuwirken.“

Die Residencia de Señoritas teilte ihre Ziele mit dem älteren Instituto Internacional de Madrid, das von Susan Huntington geleitet wurde. Aufgrund ihrer Beziehung zu Huntington unternahm Maeztu Reisen in die Vereinigten Staaten, wo sie das erste Studienprogramm für Frauen im Ausland ins Leben rief. Im Jahr 1923 wurden alle diese Kooperationen in einem bilateralen Kooperationsabkommen zusammengefasst, das vier Arten von Initiativen vorsah: Austausch von Studentinnen, Assistentinnenstellen im Ausland, Forschungsstipendien und Austausch von Labor- und bibliografischem Material.[7] Die Residencia de Señoritas stand allen Mädchen über siebzehn Jahren offen, die in Madrid studierten oder sich darauf vorbereiteten, in die Universitätsfakultäten der Escuela Superior de Magisterio, der Escuela Normal oder der Escuela del Hogar y Profesional de la Mujer einzutreten, oder die ihre wissenschaftliche Ausbildung privat organisierten. Auch ausländische und externe Studierende wurden zugelassen. Zusätzlich zu ihrem Aufenthalt wurden ihnen Klassen und Kurse angeboten, die in den Räumlichkeiten stattfanden. So gab es ergänzende Kurse in Pädagogik und Philosophie, die von Maeztu gehalten wurden.[8] Der Erfolg war durchschlagend, und schon bald überstieg die Zahl der Studentinnen und Doktorandinnen die Zahl der angehenden Lehrerinnen. Außerdem war die Residencia de Señoritas ein Treffpunkt für Konferenzen und Kurse, deren Publikum hauptsächlich aus Frauen bestand und die in den 1920er Jahren und während der Zweiten Republik in Madrid große Bekanntheit erlangten.[9] Zu den prominentesten Teilnehmerinnen gehörten die Dichterin Concha Méndez, die Juristinnen Victoria Kent und Matilde Huici, die spätere republikanische Abgeordnete Francisca Bohigas, die Journalistinnen María Luz Morales und Josefina Carabias, die Physikerin Felisa Martín Bravo, die Künstlerin Maruja Mallo und die Ärztinnen Cecilia García de Cosa und