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Chinesisches Porzellan

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(Weitergeleitet von Ming-Vase)
Schale im Blau-Weiß-Stil der Ming-Dynastie
Vasen im Famille-Rose-Stil der Qing-Dynastie im Museu Calouste Gulbenkian, Lissabon (2006)

Chinesisches Porzellan stellt einen zentralen Bestandteil der Kunst und Kultur Chinas dar. Es wurde zum Vorbild der Porzellanerzeugung in Europa und anderen Teilen der Erde.

Material und Herstellung

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Chinesisches Porzellan besteht meist aus

  • Kaolin (chinesisch 高嶺土 / 高岭土, Pinyin gāolǐngtǔ), einer speziellen, vorwiegend aus Kaolinit bestehenden, eisenarmen Tonerde, benannt nach dem chinesischen Berg Gaoling (高嶺 / 高岭, Gāolǐng),
  • Petuntse (白墩子, bái dūnzi), einem Granit mit einem hohen Anteil an Feldspat, entspricht dem Pegmatit, und
  • Quarz

Das Kaolin ist aufgrund seiner „Blättchen“- oder „buch“artigen Struktur zur Aufnahme relativ großer Mengen von Wasser fähig und verleiht der Werkmasse ihre Formbarkeit und Feuerfestigkeit. Petuntse und Quarz vermindern als sogenannte Magerungsmittel die Formbarkeit des Stoffs, verringern dafür aber die Schwindung (Volumenschwund) beim Trocknen und Brennen. Die Petuntse dient als Flussmittel und ist der einzige Bestandteil, der beim Brennen sintert.

Chinesisches Porzellan wird gewöhnlich nur einfach gebrannt, also Scherben (= Material) und Glasur in einem Vorgang. Nachdem die Form eines Stücks fertiggestellt ist, wird sie luftgetrocknet, glasiert, abermals getrocknet und schließlich gebrannt. Unter der hohen Temperatur des Brennofens sintern Material und Glasur zu einer untrennbaren Einheit zusammen. Chinesische Aufglasur-Email-Arbeiten werden auf ähnliche Weise produziert, wobei dem ersten Brennvorgang unter hoher Temperatur (etwa 1.350 °C) der Auftrag des Emails und ein weiterer Brennvorgang mit niedrigerer Temperatur folgt. Jede Farbe benötigt dabei einen separaten Brand; die Farben und ihre Schmelzgrundlage müssen natürlich so gewählt werden, dass die am höchsten zu brennenden Farben zuerst gebrannt werden.

Im Westen unterscheidet man gewöhnlich drei Arten keramischer Massen: je nach Zusammensetzung des Grünkörpers und der Brenntemperatur Irdengut, Sinterzeug, wozu die Unterklasse Porzellan gezählt wird, und Sondermassen. Auch betrachtet man häufig die Transparenz des Scherbens als Wesensmerkmal speziell von Porzellan.

Im chinesischen Kulturkreis gibt es nur zwei Unterscheidungskriterien nach der Brenntemperatur: heißgebrannte (cí, ) und kaltgebrannte (táo, ) Keramik. Auch Steingut, Tonware und Steinzeug können dort als Porzellan gelten, sofern der Scherben beim Anschlagen den für diesen Werkstoff typischen klaren und glockenhellen Klang erzeugt.

Häufig findet man in China auch die Unterscheidung zwischen „nördlichem“ und „südlichem“ Porzellan, was auf die unterschiedlichen geologischen Beschaffenheiten der beiden Landesteile, aber auch auf in ihnen jeweils bevorzugten Brennstoffe zurückzuführen ist. In den kohlebeheizten Brennöfen des Nordens wurden bevorzugt stärker kaolinhaltige Porzellanmassen (auch Schlicker) bei hohen Temperaturen gebrannt. Mit der im Süden verbreiteten Holzbefeuerung erreichte man meist niedrigere Temperaturen, der Grundstoff wies meist höhere Anteile an Petuntse auf.

Produktionsstätten und Arten

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Wenn die Geschichte der Keramik in China bis weit ins zweite vorchristliche Jahrtausend zurückreicht, fällt die Datierung des ersten Porzellans mit Blick auf das Fehlen einer verbindlichen Begriffsbestimmung schwer. Vorgeschlagen wurden insofern die späte Östliche Han-Dynastie (100–200 n. Chr.), die Zeit der Drei Reiche (220–280 n. Chr.), die Periode der Sechs Dynastien (220–589 n. Chr.) sowie die Tang-Dynastie (618–906 n. Chr.). Einige Fachleute vertreten die Ansicht, das erste „echte“ chinesische Porzellan sei zur Zeit der östlichen Han in Zhejiang gefertigt worden. Insbesondere sei gerade dort ein ausreichendes Vorkommen der oben genannte Grundstoffe zu verzeichnen gewesen, auch wurden in der Provinz bei Temperaturen von 1260 bis 1300 °C gebrannte Scherben gefunden.

Sui- und Tang-Dynastie

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Glasiertes Kamel aus der Tang-Dynastie (7. Jahrhundert)

Während der Sui- und Tang-Dynastie (581–906) wurden große Mengen heiß- wie kaltgebrannter Keramik produziert, darunter auch die bekannte Bleiglasurware der Tang-Zeit (sāncǎi, 三彩  „Dreifarbigkeit“), das heißgebrannte Kalkglasur-Celadon Yue sowie die kaltgebrannte Changsha-Ware. In den nordchinesischen Provinzen Henan und Hebei fertigte man heißgebranntes Transparentporzellan.

Aus dieser Epoche stammt auch eine der ersten Erwähnungen chinesischen Porzellans durch einen Ausländer. In China habe man, so die Aufzeichnungen eines arabischen Reisenden des 8. oder 9. Jahrhunderts, eine sehr feine Tonerde, aus der man Vasen fertige, die so durchsichtig wie Glas seien. Glas war in der arabischen Welt damals wohlbekannt, so dass eine Verwechslung der beiden Materialien ausgeschlossen werden kann.

Seladon-Porzellan

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In der Songzeit produzierte man insbesondere in Kaifeng und Longquan in großen Mengen das berühmte Seladon-Porzellan, dessen Herstellungsmethode bereits seit dem 4. Jahrhundert bekannt war.

Seladon-Schultertopf; Yuan/Ming-Zeit

Die charakteristische olivgrüne, an Jade erinnernde Glasur entsteht durch Reduktion von Eisen(III)-oxid zu Eisen(II)-oxid während des Brennvorgangs. Bei den Gefäßtypen orientierte man sich weitgehend an den klassischen, seit der Bronzezeit im Wesentlichen unverändert gebliebenen Formen. Häufig wurden in den Scherben geometrische, florale oder zoomorphe Reliefs aufmodelliert oder eingeritzt.

Die Seladonware aus Longquan erfreute sich nicht nur am chinesischen Kaiserhof großer Beliebtheit, sondern wurde von Anfang an in zahlreiche Länder Asiens exportiert. In der Blütezeit der Ming-Dynastie erreichte sie schließlich Europa, wo sie zunächst mit Gold aufgewogen wurde.

Jian-Teeporzellan

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Jian-Schale mit Hasenfellmuster, Song-Dynastie

Das aus der Präfektur Jianyang der Provinz Fujian stammende sogenannte Jian-Schwarzporzellan wurde vor allem für Teeservices verwendet und erreichte den Höhepunkt seiner Verbreitung während der Song-Dynastie. Hierfür verwendete man eisenreiches Kaolin aus lokalen Vorkommen, das man unter großer Sauerstoffzufuhr bei ca. 1.300 °C brannte. Die Glasur wurde aus ähnlicher Tonerde wie das Werkstück selbst hergestellt, aber mit Holzkohle vermischt. Bei den hohen Brenntemperaturen bildeten sich innerhalb der Glasur einzelne Schichten heraus, die das berühmte „Hasenfell“-Muster erzeugten.

Hochgeschätzt und dementsprechend häufig kopiert wurde das Jian-Porzellan vor allem in Japan, wo man sie unter dem Namen temmoku oder Tenmoku kennt. Die Schichtenbildung in der eisenreichen Glasur des chinesischen Schwarzporzellans wurde auch benutzt, um die bekannten „Ölfleck“-, „Teestaub“- und „Rebhuhnfeder“-Muster hervorzubringen.

Yixing-Steingut

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Yixing-Teekanne, Qing-Dynastie

Daneben entstand während der Ming-Dynastie in der am Taihu-See gelegenen Stadt Yixing das nach ihr benannte ziegelrote Tee-Steinzeug, das eine bestimmte, nur dort vorkommende Tonerde erfordert. Die relativ kleinen Kannen und Tassen lösten die vorher gebräuchlichen größeren Silber-, Kupfer- und Zinngefäße ab, da sich in ihnen nach allgemeiner Auffassung Duft und Aroma des in Mode kommenden Frisch-Tees besser entfalten können. Als bedeutendster Meister des Stils galt Shi Da Bing. Das Yixing-Steinzeug fand Verbreitung in Gelehrten- und Beamtenkreisen bis hinauf zum Kaiserhof. In der Qing-Zeit wurde es stilistisch weiterentwickelt und 1685 von Kaiser Kangxi gemeinsam mit dem Tee erstmals nach Europa exportiert. Auch dort fand das „rote Porzellan“ großen Anklang und wurde von vielen großen Manufakturen kopiert.

Dehua-Porzellan (Blanc-de-Chine)

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Guanyin (Dehua)

Ebenfalls in der Ming-Zeit kam das Dehua-Porzellan auf. Der Name leitet sich von seinem in der Provinz Fujian gelegenen Produktionsort ab. In Europa ist auch die Bezeichnung