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Stefan Raue

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Stefan Raue (* 11. Dezember 1958 in Wuppertal)[1] ist ein deutscher Journalist. Seit 1. September 2017 ist er Intendant des Deutschlandradios. Zuvor – seit November 2011 – war er trimedialer Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks.

Stefan Raue (2017)

Der Sohn eines Oberamtsrats der Bauberufsgenossenschaft wuchs mit zwei Geschwistern in Wuppertal-Elberfeld auf.[2] Nach dem Abitur am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal absolvierte Raue ein geisteswissenschaftliches Studium, jobbte währenddessen lange als Taxifahrer und schloss ein Volontariat an.

Er arbeitete von 1987 bis 1990 für den WDR als Reporter. Danach war er als Politikredakteur und Chef vom Dienst bei RIAS-TV in Berlin tätig. Ab 1992 leitete er die Ressorts Aktuelles und Nachrichten bei Deutsche Welle TV. Danach arbeitete er beim ZDF in verschiedenen journalistischen Schnittstellen, zuletzt als stellvertretender Leiter der Hauptredaktion Außen-, Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik.[3] Ebenfalls war er seit 1997 Redaktionsleiter des ZDF-Magazins blickpunkt, das Reportagen und Berichten aus Ostdeutschland sendete. Anfang 2011 ernannte Udo Reiter, damaliger Intendant des MDR, ihn zum ersten trimedialen Chefredakteur der Landesrundfunkanstalt.[4] Als Verantwortlicher des trimedialen Newsdesks koordinierte er die Berichterstattung in Fernsehen, Hörfunk und Neuen Medien.[5]

Bei einem Fachgespräch des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages im Januar 2016, das die Gewalt gegen Journalisten durch rechtspopulistische und rechtsextremistische Demonstranten zum Thema hatte, appellierte Raue an die Presse, deren „Kriegserklärung“ nicht annehmen und weiterhin mit journalistischer Distanz zu berichten.[6] Da die „Bürgerkriegsrhetorik“ der rechtspopulistischen Akteure zur Gewalt gegen Journalisten aufstachele und das Aufkommen von Pegida messbar zu einem Anstieg der Gewalt gegen Journalisten geführt habe, werde der MDR nur noch erfahrene Journalisten auf freiwilliger Basis und mit Personenschutz auf solche Veranstaltungen schicken.[7][8]

Wahl von Stefan Raue 2017 zum neuen Intendanten des Deutschlandradios. (von links): Willi Steul, Stefan Raue, Thomas Bellut

Anfang Juni 2017 wählte ihn der Hörfunkrat des Deutschlandradios zum neuen Intendanten. Am 1. September 2017 trat er die Nachfolge von Willi Steul[9] an. Der achtköpfige Verwaltungsrat des Hörfunkbetreibers hatte Raue einstimmig vorgeschlagen, im Hörfunkrat bekam er dann aber mit 26 Stimmen die knappstmögliche Mehrheit (Wahl erfordert Zwei-Drittel-Mehrheit). Es gab sowohl Kritik an der Personalie, aber mehrheitlich auch am Auswahlverfahren.[10][11] Der Dissens wurde öffentlich vom Chef der baden-württembergischen Staatskanzlei in Stuttgart,