Sun Quan
| Wú Dàdì (吳大帝/吴大帝) | |
|---|---|
| Familienname: | Sūn (孫/孙) |
| Vorname: | Quán (權/权) |
| Großjährigkeitsname (Zi): | Zhòngmóu (仲謀/仲谋) |
| Postumer Titel: (kurz) |
Dà (大) |
| Tempelname: | Tàizǔ (太祖) |
| Regierungszeit: | 229–252 |
| Äranamen: | Huángwǔ (黃武/黄武) 222–229
Huánglóng (黃龍/黄龙) 229–231 Jiāhé (嘉禾) 232–238 Chìwū (赤烏/赤乌) 238–251 Taìyuán (太元) 251–252 Shénfèng (神鳳/神凤) 252 |
Sun Quan (chinesisch 孫權 / 孙权, Pinyin Sūn Quán, IPA (hochchinesisch) , W.-G. Sun Ch'üan; Großjährigkeitsname (Zi) Zhòngmóu; * 5. Juli 182; † 21. Mai 252) war der Begründer der chinesischen Wu-Dynastie zur Zeit der Drei Reiche und einer der Söhne des Generals Sun Jian. Nach dem Tod seines Vaters begleitete Sun Quan seinen älteren Bruder Sun Ce auf Feldzügen, während Sun Ce zum Warlord im südöstlichen China aufstieg. Nach Sun Ces Tod im Jahr 200 beerbte Sun Quan diese Position und schaffte es die Macht weiter zu konsolidieren und gegen Übergriffe aus dem Norden zu behaupten. Sein Sieg in der Schlacht von Chibi (208) besiegelte schließlich die Teilung Chinas für die nächsten Jahrzehnte.
Im Jahr 221 wurde Sun Quan von Cao Pi, dem Kaiser der Wei-Dynastie, zum Herzog von Wu ernannt. Er schlug seinen westlichen Rivalen Liu Bei in der Schlacht von Xiaoting (222) und wandte sich daraufhin auch gegen Cao Pi. In der Schlacht von Shiting schaffte er es auch die Armee des Kaisers zu schlagen und erklärte sich im Jahr 229 selbst zum Kaiser. Zahlreiche außen- und innenpolitische Rückschläge verhinderten, dass Sun Quan die Macht seines Reiches weiter ausdehnen konnte. Neben einer fehlgeschlagenen Expedition ins Ostchinesische Meer und der misslungenen Unterstützung für den Wei-Rivalen Gongsun Yuan war es besonders seine mangelhafte Kooperation mit dem verbündeten Staat Shu Han im Westen, die seine Position nach außen schwächte. Im Innern machten ihm die mangelhafte Kontrolle der lokalen Statthalter zu schaffen und nach dem Tod seines designierten Thronfolgers Sun Deng führte ein Prinzenstreit am Hof zu weiteren Schwierigkeiten.
Das Reich, das Sun Quan nach seinem Tod im Alter von siebzig Jahren nach 52 Jahren Regierung hinterließ, war nicht stark genug, um sich gegen die Bedrohung durch die Wei-Dynastie zu behaupten. Machtkämpfe zwischen den Regenten seiner Nachfolger, den Generälen und den Kaiserinnen schwächten das Reich zusätzlich. Im Jahr 280 wurde es schließlich von Kaiser Wu von Jin erobert, der die Wei-Dynastie fünfzehn Jahre zuvor beendet hatte und die Jin-Dynastie begründete.
Leben
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Kindheit und Jugend
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sun Quan soll laut den Chroniken der Drei Reiche vom General Sunzi abstammen. Die spätere Tradition weist ihm die Sūn-Insel im Unterlauf des Qiantang-Flusses als Geburtsort zu. Seine Eltern waren der General Sun Jian und dessen Gemahlin Wu.
Als Sun Quan am 5. Juli 182 geboren wurde, diente sein Vater Sun Jian unter Kaiser Ling (156–189). Nach dessen Tod diente er dem Warlord Yuan Shu (155–199) im Bürgerkrieg und fiel bei einem Angriff auf den Warlord Liu Biao (142–208) im Jahr 191. Sun Quan hatte drei Schwestern und vier Brüder, von denen einer von einer Konkubine und drei von seiner Mutter Wu stammten. Sun Ce (175–200) war der älteste und übernahm das Kommando seines Vaters. In energischen Feldzügen unterwarf er die südöstlichen Regionen des Reiches, zunächst noch als Gefolgsmann Yuan Shus.
Sun Ce verstärkte seine Armee auch durch die Kontingente von Verwandten, etwa seines Onkels Wu Jing, und setzte seine Verwandten in Schlüsselpositionen im Heer und in der Zivilverwaltung ein: Seine etwa gleichaltrigen Vettern Sun Ben und Sun Fu waren Offiziere, Sun Quan ernannte er im Jahr 196 zum Zivilverwalter von Yangxian. Obwohl dieser Posten eher symbolischen Wert besaß, wird seine Verleihung als Zeichen von Sun Ces Achtung vor seinem jüngeren Bruder angesehen.
Im Sommer des Jahres 200 wurde Sun Ce auf der Jagd tödlich verwundet und ernannte Sun Quan in Anwesenheit seiner Berater zu seinem Nachfolger. In den Chroniken der Drei Reiche sind die folgenden Worte des sterbenden Sun Ce an seinen Bruder überliefert, mit denen er ihm seine Insignien überreichte: „Truppen westlich des Yang-Flusses aufstellen, die Chancen zweier Schlachtfronten abschätzen, um Vorherrschaft im Reich kämpfen: Darin kommst du mir nicht gleich. Die Würdigen fördern und fähige Männer in die Ämter einsetzen, so dass jeder sein Bestes tut, um die Länder des Ostens zu halten: Darin komme ich dir nicht gleich.“[1]
Als Warlord
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Konsolidierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der fließende Übergang von Sun Ce zu Sun Quan ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Sun Quan zum Zeitpunkt seiner Machtergreifung bei seinem Bruder, den Generälen und den Beratern Achtung genoss und als der nächstliegende Nachfolger galt. So konnte die Macht der Sun-Familie vererbt werden, während die Reiche vieler anderer Warlords beim Tod ihres Anführers in Chaos versanken und ein rasches Ende fanden.
Eine Alternative zur Wahl Sun Quans scheint es überdies nicht gegeben zu haben. Sun Ce hatte einen leiblichen Sohn Sun Shao, der jedoch im Sommer 200 entweder ungeboren oder ein Säugling war und darum nicht für die Leitung eines kleinen, instabilen Territoriums in Frage kam. Sun Quans leibliche Brüder, Sun Yi und Sun Kuang, waren jünger als er und nicht so profiliert. Das Buch von Wu (zitiert in den Chroniken der Drei Reiche) berichtet auch von kurzlebigen Plänen eines Vetters der Sun-Brüder, Sun Gao, die Nachfolge anzutreten. Er hatte sich im Jahr 196 an Sun Ces Feldzügen beteiligt und saß als General mit seinen Truppen in der Kuaiji-Kommandantur. Er traf angeblich Anstalten, mit seinen Truppen die Macht zu ergreifen, erhielt jedoch wie alle Statthalter und Generäle eine Nachricht von Sun Quan, ihm loyal zu bleiben. Sun Gao befolgte das Gebot und gab seinen Plan auf. Er scheint kurz darauf verstorben zu sein, jedenfalls fehlen ab da Nachrichten über ihn.[2]
Die Unterstützung durch verdiente Beamte war für Sun Quans Autorität gerade am Beginn seiner Herrschaft entscheidend. Seine wichtigsten Parteigänger waren die Berater Lü Fan, Zhang Zhao und Zhang Hong sowie die verdienten Generäle Cheng Pu und Zhou Yu. Die meisten etablierten Feldherren in seinem Gefolge hatten sich erst unter Sun Ce einen Namen gemacht, nur Cheng Pu, Huang Gai und Han Dang hatten bereits Sun Jian gedient. Sie alle sahen Sun Quan als rechtmäßigen Nachfolger an und unterstützten seine Nachfolge. In historischen Quellen wird Cheng Pu als entscheidende Person genannt, die Sun Quans Autorität in der Provinz befestigte, während die volkstümliche Tradition dem berühmten Zhou Yu diese Rolle zuschreibt.

Das Kernland Sun Quans bestand zu dieser Zeit aus den Kommandanturen Danjang, Wu und Kuaiji (etwa die heutige Provinz Zhejiang), die je von Zhu Zhi, Wu Jing und Sun Quan verwaltet wurden. Die Lujiang-Kommandantur, 199 von Sun Ce erobert, stand unter der Statthalterschaft eines Li Shu, der Unabhängigkeit von seinem neuen Herrn anstrebte. Er plante, sich dem Kanzler und mächtigen Warlord Cao Cao (155–220) anzuschließen, der den Norden Chinas beinahe unumschränkt beherrschte und den Kaiser Xian kontrollierte. Er hatte auch Sun Ce und in seiner Nachfolge Sun Quan als Kommandanten von Kuaiji bestätigt. Sun Quan kam jedoch Li Shu zuvor und zeigt ihn bei Cao Cao als Verbrecher an. Li Shu war isoliert und konnte dem Angriff Sun Quans nicht standhalten. Er wurde geköpft und durch Sun He ersetzt, einen älteren Stiefbruder Sun Quans.
Cao Cao reagierte, indem er Liu Fu als Inspektor der Yang-Provinz einsetzte. Dieser begann mit dem Ausbau der Stadt Hefei als Festung und gewann die Gefolgschaft der Banditen und Flüchtlinge der Gegend. Er errichtete nach dem Vorbild Cao Caos Wehrbauernkolonien in der Liujiang-Kommandantur und verbesserte das Bewässerungssystem. Sun Quan hatte inzwischen mit Unruhen in der Danyang-Kommandantur zu kämpfen. Dort war Sun Yi, der Nachfolger Wu Jings, im Jahr 204 von seinen Beratern Gui Lan und Dai Yuan ermordet worden. Sun He, der neue Großverwalter von Lujiang, wurde mit den Ermittlungen beauftragt, fiel ihnen aber ebenfalls zum Opfer. Die Berater übernahmen die Verwaltung der Kommandanturen und sandten Botschaft zu Liu Fu mit dem Ziel, ihr Gebiet Cao Cao zu unterstellen. Gui Lan soll jedoch dann um die Gemahlin seines ermordeten Herrn geworben haben[3], die bei ihrem Schwager Sun Gao Hilfe suchte. Sun Gao ermordete Gui Lan und Dai Yuan und wurde von Sun Quan, der wenig später mit seiner Streitmacht eintraf, belohnt. Neuer Großverwalter von Danyang wurde Sun Yu, Sun Gaos jüngerer Bruder.
Die Biografie des Lü Meng berichtet über Sun Quans weitere Personalpolitik dieser Zeit: Er inspizierte die jungen Offiziere, um ihre Truppen nach Verpflegung und Kampfkraft zusammenzulegen.[4] Daneben bemühte er sich um die Gefolgschaft verdienter Männer. Zu ihm zogen Zhuge Jin (174–241) aus Langye, der Bruder des berühmten Zhuge Liang; Bu Zhi († 248) aus Xiapi; Yan Jun aus Pengcheng; und der spätere Oberbefehlshaber Lu Su (172–217) auf Anraten von Zhou Yu.
Der Krieg gegen Huang Zu
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Befestigung seiner Aufmarschbasis und Position konnte Sun Quan die Pläne seines Bruders zur Expansion nach Westen und Süden wieder aufnehmen. Sein erstes Ziel war Huang Zu, der als General des Gouverneurs Liu Biao die Jing-Provinz (in der heutigen Provinz Jiangxi) westlich von Danyang bewachte und in der benachbarten Jiangxia-Kommandantur saß. Schon seit den Tagen Sun Jians war er ein Erbfeind der Sun-Familie und stellte für Sun Quan eine ernste Bedrohung dar. Darum fasste der Warlord den Plan, das Gebiet zu erobern. Neben der militärischen Bedeutung dieses Plans spielte auch die Rache für den Tod seines Vaters durch Huang Zu eine Rolle.
Im Jahr 203 ging Sun Quan gegen Huang Zus Stellungen am Unterlauf des Jangtse vor. Obwohl er keine Entscheidung herbeiführen konnte, schädigte er die feindliche Flotte empfindlich, so dass eine Gegenaktion Huang Zus verhindert wurde. Im nächsten oder übernächsten Jahr schickte er seine Generäle Cheng Pu und Taishi Ci aus, um die Poyang-Region südlich von Huang Zus Machtbereich zu stabilisieren. Er operierte von Jiaoqiu (heutiges Nanchang) aus, während seine Reserve (unter Sun He, später Sun Shao) und die Zivilverwaltung weiterhin in Dantu stationiert blieb.
Als die Poyang-Region um 206 gesichert war, gab Sun Quan Zhou Yu den Befehl, die Jing-Provinz anzugreifen, und sicherte ihm die Unterstützung des Großverwalters Sun Yu aus der Danyang-Kommandantur zu. Zunächst eroberte Zhou Yu die Siedlungen Mo und Bao, die am Pengli-See lagen und durch Sümpfe von Huang Zus Hauptquartier in Xiakou (heutiges Wuhan) abgeschnitten waren. Nach dem Sieg stockte er seine Truppen auf und besiegte Huang Zus Streitmacht, deren Anführer Deng Long er gefangen nahm und zu Sun Quan sandte.
Im nächsten Jahr führte Sun Quan den Feldzug selbst an. Er schwächte Huang Zus Stellungen durch Plünderungszüge und gewann viele Flüchtlinge aus Jiangxia. Im Jahr 208 führte er den entscheidenden Angriff auf Huang Zus Hauptquartier durch und besiegte ihn erst zu Wasser, nahm dann die Stadt im Sturm und tötete Huang Zu auf der Flucht. Damit hatte Sun Quan sein Territorium verdoppelt und die Gefahr im Westen gebannt.
Die Schlacht von Chibi
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Sun Quans nächste und größte Herausforderung rückte unaufhaltsam näher. Der Tod Liu Biaos im August 208 hatte ein Machtvakuum in der Jing-Provinz hinterlassen, das sein Sohn Liu Cong nicht ausfüllen konnte. Im September fiel er Cao Caos Angriff zum Opfer. Der Warlord hatte im Namen des Kaisers, den er kontrollierte, das nördliche China ganz erobert und wandte sich nun dem Süden zu. Von allen Warlords der Zeit hatte er die größte Aufmarschbasis, die stärkste Streitmacht, die höchste Autorität und – dies war das Wichtigste – die größte Menschenmasse zur Verfügung.
Gegen Cao Caos Angriff hätte Sun Quan allein nicht bestanden, darum verbündete er sich mit Liu Bei (161–223). Der General hatte Liu Biao seit 200 gedient und hielt die Festung bei Fancheng mit seinen Beratern Guan Yu, Zhang Fei und Zhuge Liang. Er genoss großes Ansehen bei seinen Gefolgsleuten, da er sich auf die Abstammung vom Han-Kaiser Jing berief und seit dem Aufstand der Gelben Turbane (184) für das Kaiserhaus gestritten hatte. Nach Liu Biaos Tod hielt er sich aus dem Nachfolgestreit heraus, obwohl es auch Stimmen gab, die ihn zum Nachfolger wünschten. Liu Bei sah jedoch ein, dass eine solch umstrittene Position angesichts einer Invasion von Cao Cao unhaltbar wäre, und führte stattdessen die Zivilbevölkerung unter Aufsicht seiner Armee aus dem Krisengebiet nach Süden. Auf dem Marsch wurden sie von Cao Cao angegriffen und in der Schlacht von Changban zerstreut, und nur durch Zhang Feis Abwehrkampf konnte Liu Bei mit dem Gros seiner Armee und seiner Familie entkommen.
In diesen Wirren befahl Sun Quan seinem Berater Lu Su, Liu Biaos Nachfolger zu besuchen und ihnen sein Beileid auszusprechen. Der Zweck der Mission war Spionage und Kontaktaufnahme mit Liu Bei. Schon vorher erfuhr Lu Su jedoch von Liu Congs wenig aussichtsreicher Nachfolge und Liu Beis Flucht. Er fing den General unmittelbar nach der Niederlage von Changban ab und führte ihn nach Fankou am Jangtse, damit er dort sein Lager aufschlage. Gemeinsam mit Zhuge Liang kehrte er zu Sun Quan zurück und erstattete Bericht. Wer bei der folgenden Beratung die wichtigste Rolle einnahm, Zhuge Liang[5] oder Zhou Yu[6] (der sich damals, den meisten historischen Berichten zufolge, in Poyang befand), ist von Historikern beider Seiten unterschiedlich überliefert.
Für Sun Quan gab es drei Alternativen: Er konnte seine Unabhängigkeit aufgeben und sich Cao Cao unterwerfen, seine Kräfte ballen und sich in seinem Machtbereich einigeln, oder alle möglichen Verbündeten um sich scharen und Cao Cao entgegentreten. Seine Entscheidung fiel auf die Offensive, die ihm die beträchtlichen Truppen Liu Beis ermöglichten. Er befahl Zhou Yu, mit Lu Su und Cheng Pu am südlichen Ufer des Jangtse zu lagern, und gab ihnen 30.000 Mann mit. Liu Beis Truppen waren etwa gleich zahlreich. Sie standen mehr als 220.000 Soldaten Cao Caos gegenüber[7], obwohl Cao Cao selbst von 800.000 sprach[8].

Im späten November oder frühen Dezember 208 segelten Zhou Yu und Cheng Pu den Jangtse hinauf, um sich mit Liu Bei und dessen Verbündeten Liu Qi zu treffen. Die folgende Schlacht, die als Schlacht von Chibi oder Schlacht am Roten Felsen bekannt ist, konnten Liu Bei und Sun Quan durch ihre taktischen Vorteile gewinnen. Cao Caos Streitmacht, vom langen Marsch ermüdet und von Seuchen geplagt, lagerte am nördlichen Flussufer, Liu Beis Armee und Sun Quans Marine am südlichen. Da Cao Caos Soldaten nicht an den Kampf zu Wasser gewöhnt waren, anders als Sun Quans Soldaten, suchte Cao Cao diesen Nachteil auszugleichen. Er nahm den Rat eines vermeintlichen Überläufers aus Liu Beis Lager, Pang Tong, an, seine Schiffe zu vertäuen. So sollte das Schaukeln auf der Überfahrt eingeschränkt werden. Cao Caos Flotte wurde durch diese Maßnahme aber auch manövrierunfähig, so dass Sun Quans General Huang Gai sie unter Ausnutzung des Südwindes in Brand setzen und vollständig niederbrennen konnte.
Mit dieser List wurde Cao Caos Übermacht beim Roten Felsen (Chibi) aufgerieben und ihm eine empfindliche Niederlage beigebracht. So war die Teilung Chinas für die nächsten Jahrzehnte besiegelt. Sun Quan gewährte Liu Bei die Herrschaft über eine Hälfte der Jing-Provinz, damit dieser von dort aus eine Machtbasis erobern konnte. Trotzdem spielte Sun Quan mit dem Gedanken, die Provinz eines Tages ganz an sich zu reißen und so seinen Machtbereich zu vergrößern.
Kampf um die Jing-Provinz
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Nach der Schlacht von Chibi hatte Sun Quan eine gefährliche Bedrohung abgewendet und gleichzeitig einen Machtfaktor in seinem Bereich ausgeschaltet. Schon 209 starb Liu Qi, und Sun Quan übernahm seine Jiangxia-Kommandantur (deren Zivilverwalter Cheng Pu wurde). Liu Bei, der sein Bündnis mit Sun Quan fortsetzte, eroberte mit Zhou Yu gemeinsam die Jing-Provinz, während nördlich von ihnen der Inspektor Liu Fu seine Stellungen weiter ausbaute. Sun Quan konnte nördlich des Jangtse nicht Fuß fassen, wie auch Liu Fu den Jangtse nicht überschritt. Das Land zwischen Jangtse und dem Huai-Fluss wurde Niemandsland.
Im Nordwesten konnte Sun Quans Seite Erfolge verzeichnen. In Koordination mit Zhuge Liang drängte Zhou Yu Cao Caos Statthalter zurück und konnte nach einem Sieg über die Armee Cao Rens in der Gegend von Jiangling einen Brückenkopf am linken Jangtse-Ufer errichten. Im Jahr darauf (210) erkrankte Zhou Yu und starb. Sein Nachfolger im Oberbefehl der Streitkräfte wurde Lu Su, der sich jedoch gegen Liu Beis Erfolge auf dem Schlachtfeld nicht hervortun konnte.
