Zum Inhalt springen

Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Peru 2006

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Wahlen in Peru 2006)
Präsidentschaftswahl in Peru 2006
StaatPeru
Datum1. Wahlgang: 9. April
2. Wahlgang: 4. Juni
Wahlbeteiligung1. Wahlgang: 88,7 %
2. Wahlgang: 87,7 %
KandidatenAlan GarcíaOllanta Humala
ParteienAPRAUPP
Stimmen –
1. Wahlgang
2.985.858
24,3 %
3.758.258
30,6 %
Stimmen –
2. Wahlgang
6.965.017
52,6 %
6.270.080
47,4 %
Zusammenfassung der Stimmen (in %)
Stimmenstärkste nach Regionen
1. Wahlgang
2. Wahlgang
Präsident vor der Wahl
Alejandro Toledo
2001 2011

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Peru 2006 fand am 9. April statt. Die Stichwahl der Präsidentenwahl wurde am 4. Juni durchgeführt.

Bei ihr wurden der Staatspräsident, zwei Vizepräsidenten, die Mitglieder des Kongresses und fünf Mitglieder für das Andenparlament gewählt.

Die Inauguration des neugewählten Präsidenten wurde am 28. Juli 2006, dem peruanischen Nationalfeiertag, gefeiert.

Präsidentschaftswahl

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bisherige Präsident Alejandro Toledo verkündete das Datum der Wahl zu seiner Nachfolge am 8. Dezember 2005. Toledo konnte an der Wahl nicht teilnehmen, da eine Änderung der Verfassung aus dem Jahr 2001 eine direkte Wiederwahl verbietet.

Die Chancen gewählt zu werden wären für ihn aber auch sehr gering gewesen. Gegen Ende seines Amts waren gerade 19 Prozent der Peruaner mit Toledos Arbeit zufrieden. Zu seinen besten Zeiten hatte er eine Zustimmungsquote von 80 Prozent erreicht.

Für die Wahl zum Präsidenten ließen sich 24 Kandidaten aufstellen, so viel wie noch nie in der Geschichte Perus. Von den 24 Kandidaten führten nur 19 die Kampagne zu Ende. Alberto Fujimori wurde von der Wahl ausgeschlossen und drei weitere Kandidaten (Rafael Belaúnde Aubry, Fernando Olivera Vega und Marco Antonio Arrunátegui) zogen sich vor der Wahl zurück.

Folgendes waren die populärsten Kandidaten laut den Meinungsumfragen vor der Wahl.

Politische Gruppierung Kandidaten
Name Art für die Präsidentschaft für den 1. Vizepräsidenten für den 2. Vizepräsidenten
Alianza por el Futuro Koalition Martha Chávez Santiago Fujimori Rolando Souza
Frente de Centro Koalition Valentín Paniagua Corazao Alberto Andrade Carmona Gonzalo Aguirre Arriz
Partido Aprista Peruano Partei Alan García Pérez Luis Giampietri Rojas Lourdes Mendoza del Solar
Unidad Nacional Koalition Lourdes Flores Nano Arturo Woodman Luis Enrique Carpio
Unión por el Perú Partei Ollanta Humala Gonzalo García Núñez Carlos Alberto Torres Caro

Alan García, Präsident der Partido Aprista Peruano, war bereits Präsident Perus von 1985 bis 1990. Während dieser Zeit sank seine Popularität, er hat jedoch immer noch eine breite Basis im Land. Vor allem junge Wähler, welche seine Regierung nicht direkt miterlebt hatten, wählten García. Zu seinen Wahlversprechen gehörte mehr Investitionen für die soziale Entwicklung im armen Süden und die Trinkwasserversorgung aufzubringen. Er konnte die Wahl schließlich für sich entscheiden.

Lourdes Flores, Präsidentin der Partei Unidad Nacional und früher Alberto Fujimori nahestehend, wurde laut den Umfragen vor allem von den Frauen stark unterstützt. Ihre Gegner warfen ihr vor, eine Kandidatin der Rechten oder der Unternehmen zu sein. Auch Hugo Chávez, Präsident Venezuelas, bezeichnete Flores als die Kandidatin der Peruanischen Oligarchie. Flores ignorierte die Kritik meistens oder reagierte mit sarkastischen Kommentaren.

Lourdes Flores wurde von den Unternehmern und Wall Street unterstützt und hatte sich mehrmals mit Vertretern aus diesen Kreisen getroffen. George W. Bush hatte Unterstützung für Lourdes Flores signalisiert.

Der Präsident der Partei Partido Nacionalista Peruano kommt aus der Bewegung des Etnocacerismus. In seiner politischen Richtung bezog sich Humala positiv auf die Links- und Mitte-links-Regierungen in Bolivien, Brasilien, Chile, Uruguay und Venezuela. Er kündigte im Falle seiner Wahl an, die Verträge transnationaler Minengesellschaften zu überprüfen und die Privatisierungen rückgängig zu machen.

Valentín Paniagua

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Valentín Paniagua war nach dem Rücktritt Alberto Fujimoris für einige Monate interimistischer Präsident Perus. Er war bis zu seinem Tod Präsident der Acción Popular und war Kandidat für Frente de Centro.

Martha Chávez ist die Präsidentin von Alianza por el Futuro, der Partei Alberto Fujimoris. Ihre Partei vertritt Fujimori, der momentan in Chile in Auslieferungshaft sitzt. Das Programm der Partei besteht mehrheitlich darin, Fujimori wieder an die Macht zu bringen.

Erster Wahlgang

[Bearbeiten